Die größte Hürde bei der Durchführung des ersten Usability-Tests ist vermutlich die Erstellung des Testkonzepts. 

Um dir diesen Schritt so leicht wie möglich zu machen, führen wir dich hier Schritt für Schritt durch den Prozess und geben dir einige Expertentipps an die Hand. 

Natürlich kannst du den Test aber auch von unseren Experten erstellen lassen.

Vorüberlegungen

1. Ziele des Usability-Tests identifizieren

Hier legst du die Basis für das Testkonzept. Folgende Fragen solltest du dir stellen, um später Aufgabenstellungen ableiten zu können:

  • Was sind die Ziele deiner Website oder App?
  • Gibt es bekannte Probleme, die sich zum Beispiel in Analytics-Daten zeigen?
  • Gibt es bereits Hypothesen zu diesen Problemen?
  • Wie ist deine Situation? Planst du zum Beispiel ein Redesign oder hast gerade frisch gelauncht?
  • Wie schnell brauchst du die Ergebnisse? (v.a. für Stichprobengröße und Zielgruppeneingrenzung wichtig)

Expertentipp: Wenn du zuvor noch keinen Usability-Test durchgeführt hast, ist es sinnvoll, zunächst einen allgemeinen ‚Rundum-Check‘ zu machen. Dabei konzentrierst du dich auf die häufigsten Anwendungsfälle deiner Website oder App.


Stichprobe festlegen


2. Anzahl der Tester festlegen

Die Stichprobengröße ist von deinen Zielen und Erwartungen an den Usability-Test abhängig. 

Alle Best-Practices zur optimalen Testeranzahl haben wir hier gesammelt.

Expertentipp: Wir empfehlen, mit mindestens 10 Nutzern zu testen. Bei dieser Stichprobengröße kannst du die wesentlichen Ergebnisse gut priorisieren und hast die beste Aufwand-Nutzen-Relation.

3. Zielgruppe eingrenzen

Für die Qualität der Testergebnisse kann die Eingrenzung der Zielgruppe entscheidend sein. 

Beispiele für passende Zielgruppenbeschreibungen:

  • Du hast einen Garten und interessierst dich für Gartenarbeit
  • Du gehst min. 4 mal im Jahr ins Kino
  • Du planst in den nächsten 6 Monaten einen Autokauf

Alles, was du über die Festlegung der Zielgruppe wissen musst, findest du hier.

Expertentipp: Es ist nicht immer notwendig, deine Zielgruppe perfekt abzubilden, denn je spezieller die Zielgruppe, desto länger dauert das Finden der richtigen Testpersonen. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Tester sich in die entsprechende Situation hineinversetzen können und dafür ist die Formulierung des Szenarios ausschlaggebend. Wie du das machst, erklären wir jetzt.

Übrigens kannst du für RapidUsertests auch dein eigenes Tester-Panel verwenden, zum Beispiel wenn du mit Bestandskunden oder Mitarbeitern testen möchtest.
Mehr zu Usability-Tests mit dem eigenen Panel erfahren.

Formulierung der Aufgaben


4. Passendes Szenario finden

In diesem Schritt stimmst du die Tester auf die folgenden Aufgaben ein. Ein gutes Szenario ist wichtig, damit sich die Tester in die richtige Situation hineinversetzen können.

Beispiele:

  • Stell dir vor, du suchst Werkzeuge für deinen Garten.
  • Stell dir vor, es ist Freitag und du willst etwas Schönes am Wochenende unternehmen.

5. Formulierung der Aufgaben entlang von Use-Cases

In Schritt 1 hast du dir bereits Gedanken über die Ziele des Tests gemacht. Auf Basis dieser Überlegungen formulierst du nun die Testaufgaben. Überlege dir dabei auch, wie deine Website oder App normalerweise genutzt wird und lass die Tester diese typischen Use-Cases durchlaufen. 

Diese beiden bewährten Aufgabentypen gibt es:

  • Explorative Aufgaben: Lass die Tester die Seite frei erkunden.
    z.B.: Klick dich einfach durch die Website und sprich dabei laut aus, was dir gut und was dir weniger gut gefällt. Hast du Verbesserungsvorschläge? (10 Minuten) 
  • Zielgerichtete Aufgaben: Setze dem Tester ein klares Ziel auf der Website.
    z.B.: Finde ein Notebook, dass deine Anforderungen erfüllt. oder Nutze die Merkliste, um die Notebooks zu vergleichen.

Du kannst den Testern bis zu acht kurze Aufgaben stellen. Achte aber darauf, dass der Test insgesamt nicht länger als 20 Minuten dauern sollte. Aus unserer Erfahrung sind vier Aufgaben ideal.

Expertentipps:

  • Formatiere die Aufgaben übersichtlich. Du kannst fette und kursive Schrift sowie Listen und Links einfügen.
  • Gib dem Tester ein Ziel vor, aber verrate nicht, wie er dieses Ziel erreichen kann.
  • Verständliche und neutrale Formulierungen: Versuche bei der Formulierung die Unternehmensbrille abzulegen. Wie wird jemand die Fragen verstehen, der dein Produkt noch nicht kennt? Reichen die Informationen aus, um die Aufgaben zu bearbeiten?
  • Vermeide Ja/Nein-Fragen:  Stelle am besten offene Fragen, denn so erhältst du die aufschlussreichsten Ergebnisse


6. Die Nachbefragung aufsetzen

Zum Abschluss des Tests kannst du fünf Fragen stellen, welche die Tester schriftlich beantworten werden.

Folgende Fragen sind Klassiker und sollten nicht fehlen:

  • Was fandest du besonders positiv, was besonders negativ?
  • Gab es einen Punkt, an dem du abgebrochen hättest? Wenn ja, wo und warum?

Noch ein paar allgemeine Tipps:

  • Stell dich darauf ein, dass es auch mal wehtun kann. Unsere Tester scheuen sich nicht vor Ehrlichkeit. Aber aus dem kritischsten Feedback zieht man oft die wertvollsten Lehren.
  • Wenn du unsicher bist, ob dein Testkonzept richtig verstanden wird, können wir einen Probetest mit 1-2 Testern durchführen, damit das Testkonzept noch angepasst werden kann. Hinterlasse uns dafür eine Notiz bei der Buchung.
  • Einsteigern empfehlen wir, die Testerstellung für 49€ an unsere Experten abzugeben. So gehst du sicher, dass die Aufgaben verständlich und neutral formuliert sind und du wirklich die Erkenntnisse erhältst, die du benötigst.
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